1960

Das Jahr 1960 sieht das Bataillon nur selten am Standort. Nach der Winterübung und den beiden Truppenübungsplatzaufenthalten in Hohenfels führt das Bataillon zum ersten Mal eine Gemeinschaftswoche mit amerikanischen Einheiten sowie einem Tag der offenen Tür durch.



Einmarsch in Mourmelon


Im Herbst lenkt der erste Aufenthalt Deutscher Soldaten auf einem ausländischen Truppenübungsplatz die Blicke der Öffentlichkeit auf das Bataillon. Vom 02. bis 23. November verlegt das Bataillon auf den französischen Übungsplatz Mourmelon. Nur 15 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges stand die französische Bevölkerung diesem Unternehmen zunächst sehr kritisch gegenüber. Daß dieser Auslandsaufenthalt dennoch zu einem großen Erfolg für das Ansehen unserer Truppe wurde, ist nicht zuletzt dem tadellosen Auftreten der Deutschen Fallschirmjäger in Mourmelon zu verdanken.

Der erste Grenzübertritt nach Frankreich 
Deutscher Soldaten nach dem zweiten Weltkrieg


 Aus dieser ersten Begegnung Deutscher Soldaten mit dem Französischen Nachbarn nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich eine bis heute andauernde, fruchtbare Zusammenarbeit, die in den alljährlich stattfindenden Deutsch-Französischen Fallschirmjägerübungen COLIBRI ihren Ausdruck fand. In diesem Jahr wird das Bataillon Feldhandballmeister der 1. LLDiv. Schmerzliche Lücken besonders bei den längerdienenden Soldaten entstehen im November, als das Bataillon Offz-Uffz-Msch für die Aufstellung der Fallschirmjägerbataillone 252 in Clausthal-Zellerfeld und 291 in Stetten a.k.M. abgeben muss. 

1961

Im Februar beteiligen sich Läufer des Bataillons an den Heeres-Ski-Meisterschaften in Garmisch-Partenkirchen. Nach dem Übungsplatz Münsingen verlegen die Soldaten des Bataillons dann im April nach Bitche im Elsass. In ihrer Ausgabe vom 11.04.1961 bringt die lothringische Zeitung "le Lorrain" die Balkenüberschrift:

"Mille deux cents soldats de la Bundeswehr á Bitche"
(Eintausendzweihundert Bundeswehrsoldaten in Bitche).


Der Bundeskanzler Konrad Adenauer bei den Fallschirmjägern


Obwohl gleichzeitig die
Algerienkrise im öffentlichen Interesse steht, berichtet auch "Les derniers Nouvelles d´Alsace" über die Bundeswehr. Im September sind über 130.000 Zuschauer zu Gast beim Großflugtag in Böblingen, bei dem sich das Bataillon mit einem Absprung von 60 Fallschirmjägern aus zwei Noratlas sowie durch mehrere Freifallsprünge darstellt.

In der Ausbildung ist 1961 die Steigerung des Vorjahres: Münsingen, Heuberg, Baumholder. Umfangreiche Abgaben für die Neuaufstellung des FschJgBtl 271 in Wildeshausen bringen jedoch erneut Unruhe in diese Ausbildung.

1962

Das Jahr beginnt mit einem Übungsplatzaufenthalt in Münsingen vom 12. bis 23.03.1962 und anschließender Btl-Übung "Aidlingen". Für die Teilnahme an der Abschiedsparade der NATO-Streitkräfte am 25.04.1962 anläßlich des Ausscheidens des General O. Clark (Befehlshaber der Central Army Group) schreibt General John C. Oakes, Kdr der 7. US Army als Dank u.a.: "Das Erscheinen, die Haltung und das Auftreten des FschJgBtl 251 gaben ein sichtbares Zeichen einer hohen Übungs- und Kampfbereitschaft ab. Ihre Einheit demonstrierte in bester Tradition der Deutschen Armee die Stärke und ständige Bereitschaft der NATO." Vom 09. bis 13.05.1962 findet die Deutsch-Französische Sprungübung " Colibri " zum erstenMal im Raum Hagenau/Elsass statt, und wirkt weichenstellend für die künftige Entwicklung militärischer Zusammenarbeit. Vom 25. bis 28.05.1962 verlegt das Bataillon auf den Übungsplatz Heuberg. Am 25.06.1962 verläßt OTL Schmücker das Bataillon und geht als stv Brigadekommandeur zur FschJgBrig 25. Major Schwaiger wird mit der Wahrnehmung der Dienstgeschäfte des BtlKdr beauftragt. Unter seiner Führung geht das Batillo vom 28. bis 31.08.1962 zum zweiten Mal nach Münsingen und anschließend in die BtlÜbung "Kontrabass". Beim Großflugtag in Böblingen am 01. und 02.09.1962 gehören die Fallschirmabsprünge des Bataillons wieder zu den Höhepunkten der Veranstaltung. Der Divisionskommandeur, General Kroh, wird am 12.09.1962 in Malmsheim mit einer Feldparade verabschiedet. Trotz Windstärken von 10 m/s wird von einer Anzahl Freiwilliger der vorgesehene Sprungdienst durchgeführt. Auch der Bataillonskommandeur, OTL Schmücker wird am 15.10.1962 endgültig verabschiedet und übergibt das Bataillon an M Riemer. 

Mit der Übernahme der Tradition der ehemaligen 78. Sturmdivision, Tübingen, nimmt das Bataillon die "Eiserne Faust des Götz von Berlichingen" in sein Wappen auf.

1963

Rückkehr von Caylus; Vorbeimarsch am Divisionskommandeur Generalmajor Gericke

Im Februar ist das Bataillon auf dem Übungsplatz Münsingen. Im April verlegt das Bataillon auf den südfranzösischen Übungsplatz Caylus, 150 km nördlich von Toulouse. 60 Soldaten absolvieren an der französischen Springerschule in Pau das französiche Springerabzeichen. Im Juli findet die Gefechtsübung "Schwabenpfeil" statt, und im Anschluss übt das Bataillon auf dem Übungsplatz Hohenfels.

"Nagold-Affäre" Der Schleifer von Nagold Bericht aus dem Spiegel 46/1963


Einzug in Böblingen


1964

 König Hussein von Jordanien schreitet die Front der 5./251 ab

Ausbildungsschwerpunkte sind die Gefechtsübung "Comet" und der anschließende Übungsplatzaufenthalt Münsingen. Zahlreiche prominente Besucher kann das Bataillon in diesem Jahr in seiner Kaserne begrüßen. So den Kommandeur der Saudi-Arabischen Fallschirmtruppe am 04.03.1964, den Verteidigungsminister am 19.03.1964, Generaloberst a.D. Hoth anlässlich eines Vortrages am 22.04.1964, und am 28.11.1964 König Hussein von Jordanien. Der KRAKA (Kraftkarren), ein neu entwickeltes Luftlandefahrzeug, soll die Beweglichkeit der FschJg weiter verbessern und wird 1964 der FschJgBrig 25 in 25 Exemplaren zur Erprobung zugeführt. Zum tage der Deutsch-Amerikanischen Freundschaft findet eine Parade des Bataillons in Anwesenheit hoher Deutscher und Amerikanischer Offiziere statt.

"Nagold - Affäre"     Bericht aus dem Spiegel 24/1964 

Der neu entwickelte KRAKA wird erstmals vorgestellt
(Bildmitte BmVg v. Hassel)

1965

Einen ersten Höhepunkt verzeichnet das Bataillon gleich zum Jahresbeginn. Am 19.02.1965 wird in der Kaserne der Winterball veranstaltet. Am 23.04.1965 erfolgt die Übernahme der Truppenfahne in Münster. Höhepunkte der Ausbildung sind sicherlich die Übungsplatzaufenthalte in Grafenwöhr im juli und Wildflecken im September. Der I. Zug der 2./251 ist zu Gast beim GebJgBtl 221 in Mittenwald. Das 10-jährige Bestehen der Bundeswehr wird am 12.11.1965 mit einem feierlichen Bataillonsappell begangen.

1966

Ein Kommandeurwechsel steht zu Beginn des Jahres ins Haus: am 14.01.1966 wird OTL Riemer in feierlicher Form verabschiedet und das Bataillon an seinen Nachfolger, Major Schreg, übergeben.Gäste der Übergabe sind der Divisionskommandeur, GenMaj Sonnek, der BrigKdr O Teusen, der Chef des Support Command (US) der 7. Armee in Böblingen, Gen Collins und eine Offiziers-Abordnung der französischen Streitkräfte aus Tübingen. OTL Riemer wird mit der Divisionsehrennadel ausgezeichnet. Im Februar nimmt das Bataillon an der Brigade- Gefechtsübung "Rheinblitz" teil, die von Calw nach Wildflecken führt. Höhepunkt des Jahres ist das Sprungbiwak in Mengen. Prominenter Gast des Bataillons am in diesem Jahr ist Oberst Davidi, der Kommandeur der israelischen Fallschirmtruppe am 15.06.1966. Der Oktober bringt die Brigadegefechtsübung "Worms" mit Übersetzen über den Rhein und anschließendem TrÜbPlAufenthalt in Wildflecken. Am 22.11.1966 schließlich besichtigt der neue Inspekteur des HeeresGenLt Moll den Standort Böblingen und besonders dasFschJgBtl 251.

1967

Das Jahr bringt erneut im April ein LL-Biwak in Mengen und sieht ansonsten das Btl auf den Übungsplätzen Baumholder, Münsingen und Wildflecken.Auch in diesem Jahr steht hoher Besuch ins Haus: In Wildflecken den Bundestagspräsidenten Gerstenmaier, im Juni den Oberbefehlshaber der türkischen Streitkräfte Gen Yilmaz, am 29.11.1967 den Inspekteur des Heeres und im Dezember den KG II. Korps GenLt Thilo.

1968


"Nächtlicher Wildwechsel" mit anschließendem Manöverball, Korpsgefechtsübung "Schwarzer Löwe" mit Fallschirmsprungeinsatz bei Nürtingen, "Colibri VI" im Raum Ingolstadt-Ebingen sind die Gefechtsübungen im Jahr 1968.Darüber hinaus sind zu erwähnen das LL-Biwak in Mengen sowie der Übungsplatzaufenthalt in Münsingen, der in diesem Jahr durch den Besuch des Oberbefehlshabers der Japanischen Streitkräfte, General Seiitschi Yoshie, an Bedeutung gewinnt. In den ersten Novembertagen veranstaltet das Uffz-Korps des Bataillons gemeinsam mit französichen und amerikanischen Gästen einen 50 km Marsch, den der SU Noss knapp vor OF Marx und U Franziskus für sich entscheiden kann. Bei einem von der 13. französischen Brigade in Konstanz veranstalteten Volkslauf belegt die Mannschaft von 251, die sich am Eilmarsch für Militärmannschaften beteiligt hat, den ersten Platz. Marschiert wird werden 18 km mit 7kg Gepäck und Standardwaffen.Im Lauf des Jahres wird das Leichtgeschütz auf LKW 0,25 to der Truppe zugeführt. Bei einem Großflugtag in Malmsheim springt das gesamte Bataillon vor mehreren tausend Zuschauern.

Für die Fallschirmjäger heißt es ab 1968 von einer guten Vertrauten Abschied nehmen: Die Luftwaffe rüstet im Laufe der nächsten zwei Jahre auf das neue Transportflugzeug C-160 Transall um. Die Noratlas, liebevoll NORA genannt, hat ihre Schuldigkeit getan und wird ausgemustert.

1969

Gefordert wird das Bataillon besonders im zweiten Quartal. Zum jährlichen LL-Biwak in Mengen findet sich das Bataillon im April / Mai ein, um einen Monat später (im Juni) nach Frankreich zur Teilnahme an Colibri VII. zu verlegen. Es folgt Ende Juli die Brigade-Gefechtsübung "Starke Strömung", die das Bataillon nach Hohenfels führt und, ebenfalls in diesem Zeitraum, der "Schwarze Sperber", eine Luftlandegefechtsübung.

Im September ist das Bataillon bei der Brigade-Marsch-Übersetzübung "Fröhliche Stromschnelle" dabei, die vom Schwarzwald über den Rhein nach Baumholder führt. Es schließt sich ein Übungsplatzaufenthalt an. Beim traditionellen Uffz-Herbstmarsch gewinnt der belgische Sergeant Verhoeven, SU Pittroff belegt als Bester des Bataillons den vierten Platz.