1970

Nach dem Übungsplatzaufenthalt in Münsingen mit Winterbiwak im Februar steht dem Bataillon dann im März ein Kommandeurwechsel bevor: Am 09.03.1970 wird OTL Abele Nachfolger von OTL Schreg. Dieser führt das Bataillon im April zum alljährlichen Sprungbiwak nach Mengen. Das Bataillon stellt eine Ehrenabordnung, als auf dem Flugplatz Stuttgart-Echterdingen die Landesregierung den türkischen Ministerpräsidenten Sunay nach dessen Staatsbesuch verabschiedet. Die 4. Kompanie führt ein zweieinhalb Wochen dauerndes Einzelkämpferbiwak an der Schwarzenbachtalsperre durch. Im herbst findet dann in Böblingen ein internationales Fallschirmjägertreffen statt. Unteroffiziere aus 5 Nationen wetteifern bei der "OF Arendt Gedächtnis Patrouille" um den Sieg. 

1971

Das Jahr beginnt mit einem Übungsplatzaufenthalt in Münsingen. Im Februar wird für die Fallschirmtruppe das rote Barett eingeführt. Die 3. Kompanie stellt die neue Kopfbedeckung der Öffentlichkeit in Karlsruhe vor. Bei den Handballmeisterschaften der Brigade in Böblingen wird die Mannschaft des Bataillons Sieger und am 18.03.1971 auch Stadtmeister von Böblingen. Anfang April zieht das Bataillon mit einer Fuß- und Mot-Parade in seinen neuen Standort Calw ein. Französische Paras unter deutschem Kommando, deutsche Fallschirmjäger im Verband der französischen 11. LLDiv, das ist ein neuer Beweis für Freundschaft und Zusammenarbeit. Die 3. Kompanie fliegt nach Castres in Südfrankreich, die gleiche Boing bringt 120 Paras vom 8. Regiment Marineinfanterie aus Castres mit nach Calw. Beide Kompanien sind jeweils dem gastgebenden Verband unterstellt, nehmen an dessen Ausbildungsvorhaben teil und erwerben das Springerabzeichen. So üben die Franzosen gemeinsam mit den Deutschen auf dem Übungsplatz Wildflecken, schießen mit allen deutschen Waffen und lernen die deutschen Einsatzgrundsätze kennen. Weiter hervorzuhebende Ereignisse sind der Besuch des Verteidigungsministers Helmut Schmidt, die Übung Colibri IX. in Südfrankreich, ein LL-Biwak in Mengen und nicht zuletzt die Umgliederung zum 01.10.1971 in die Heeresstruktur 3. Die Fallschirmjägerbrigade wird damit zur Luftlandebrigade. Das Bataillon 251 untersteht dem Großverband zwar weiter, aber nur noch mit einer Stabs- und Versorgungskompanie und drei Kampfkompanien. Die schwere Kompanie wird zur Mörserkompanie 500, damit Teil des Heimatschutzkommandos 17. Die Zusammenarbeit mit den Heeresfliegern wird weiter intensiviert. Mit dem mittleren Heeresfliegerregiment ist das verstärkte Fallschirmjägerbataillon in einer Welle in seinen Einsatzraum zu verlegen.

1972

In den  Übungen der Jahre 1972/1973 wird das verstärkte FschJgBtl 251 (+ 1 Zug Pioniere, 1-2 Züge Panzerabwehrwaffen, 1 LLMrsZug) als Panzerabwehrstarker Verband erprobt. Luftlandeoperationen mit Hubschrauber werden zur Routine. Im Juni findet während der Übung "Colibri X" der Truppenbesuch des KG II.Korps, GenLt Schönefeld statt. Daran schließt sich die Brigadegefechtsübung "Mitsommer" an. Die 2. Kompanie wird E/A (Einsatz- Ausbildungs) Kompanie des Bataillons, d.h. sie bildet Rekruten des Ausbildungsklasse Fallschirmjäger für die LLBrig 25, die LL/LTS und StKp der 1.LLDiv aus. Die 1, Kompanie beteiligt sich am internationalen Marschwettbewerb in Wiesbaden über 80 km. Nach 13,5 Stunden reiner Marschzeit trifft die Mannschaft der 1./251 als zeitschnellste und einzige geschlossen einmarschierende Gruppe im Ziel ein. Der September ist durch die Korpsgefechtsübung "Gutes Omen" ausgefüllt. Zum 01.10.1972 findet die Übergabe des Bataillons von OTL Abele an OTL Dietrich durch den Divisionskommandeur statt. Weitere Ereignisse des Jahres: Häuserkampf in Hammelburg, die deutsch-amerikanische LL-Übung Flintlock, an der sich die 3. Kompanie beteiligt, sowie die Verleihung der Divisions-Ehrennadel an HF Fleissner und HF Stockinger.   

1973

Ab Jahresbeginn erfolgt die Verkürzung der Wehrdienstzeit von 18 auf 15 Monate und die damit verbundene quartalsweisen Auffüllung der Kompanien. Der GAP ( Gesamtausbildungsplan) wird Grundlage der Ausbildung. Nach alter Tradition steht am Beginn des Ausbildungsjahres der Übungsplatz Münsingen. Im Mai kann das gesamte Batillion bei COLIBRI XI. in Frankreich das französische Springerabzeichen erwerben. In der 2. Kompanie werden bei den Kompanie-Leistungs-Tagen alle Teileinheiten in schriftlichen Tests, praktischer Ausbildung an Waffen und Gerät sowie Gefechtsausbildung eingehend geprüft. 3 Kompanien des Bataillons nehmen zusammen mit dem Heeresmusikkorps 9 an der Parade anläßlich "10 Jahre deutsch-französische Freundschaft" teil. Diese findet im Kurgarten von Baden-Baden vor tausenden von Zuschauern und vielen Ehrengästen statt. Die LL-Gefechtsübung "Flintlock" (US-D) findet wiederum unter Beteiligung der 3./251 statt. Die 4 Komapnie führt ein Einzelkämpferbiwak in Forbach/F mit Sprungdienst durch.

1974

Vor genau zehn Jahren der Brigade zur Erprobung zugeführt, wird der KRAKA in diesem Jahr in der vorgesehenen Stückzahl an die Truppe ausgeliefert. Die Fallschirmjäger haben einen luftverladbaren Waffenträger, der ihre Beweglichkeit und Kampfkraft nach einer Luftlandung entscheidend verbessert. Mit der Einführung des MTH (mittl. Transp. Hubschrauber) CH-53 wird die Lufttransportkapazität beträchtlich erhöht.. Die Zeit einer Luftlandeoperation vom Entschluss des KG bis zum Eintreffen der 1. Welle Fallschirmjäger im Einsatzraum wird somit durch standardisierte Verfahren bis auf 3 Stunden verkürzt. Diese hohe Einsatzbereitschaft, die die Luftlandetruppe vor allen truppengattungen auszeichnet, kann nur durch das ständige Üben gemeinsam mit den Heeresfliegern gewährleistet werde, so auch im März im Rahmen einer Brigadegefechtsübung nach dem Übungsplatz Wildflecken (fast die Hälfte des Bataillons fällt durch einen Grippevirus aus) und im Mai in Mengen beim LL-Biwak. Der Generalinspekteur Admiral Zimmermann kann sich bei seinem Besuch vom hohen Ausbildungsstand des Bataillons überzeugen. Die Kameradschaftliche Verbindung mit den ehemaligen Fallschirmjägern der Wehrmacht findet im Mai ihren Audruck in der Übernahme der Patenschaft über die Fallschirmjäger - Kameradschaft "Eugen Meindl" in Wiesbaden. Schauplatz der diejährigen Übung Colibri XII ist der Raum Oberschwaben.

1975

Neben den Übungsplatz-Aufenthalten in Münsingen und  Hohenfels sowie dem LL-Biwak in Mengen stehen COLIBRI XIII. in Frankreich im Juni und die Korps - Gefechtsübung "Grosse Rochade" auf dem Terminkalender. Bei der "Grossen Rochade"  hat die 2. Kompanie hohen Besuch. General Haig, Oberkommandierender der NATO in Europa (SACEUR) hat den Wunsch geäußert, eine Nacht bei den Deutschen Fallschirmjägern zu verbringen. Bataillons- und Brigadekommandeur erwarten den Gast, der abends mit dem Hubschrauber eintrifft. Nach Besichtigung des Biwaks und Vorträgen über Ausrüstung und Aufgaben der Kompanie schließt sich der gemütliche Teil des Abends mit Schwenkbraten und Bier am Lagerfeuer an. Ein letztes Lied begleitet den Gerneral in sein Fallschirm-Tepee. Die Kompanie überreicht ihrem Gast am nächsten Morgen ein rotes Barett. Am 06. September ist die Kaserne gefüllt mit zivilen Besuchern. An diesem Tag der offenen Tür sehen von nah und fern angereiste interessierte Mitbürger ein vielseitiges Programm mit Waffenschau und Sprungdienst. In diesem Jahr wird die 3./251  E/A Kompanie.

1976

Die Forderung nach Panzerabwehrstärke wirkt sich in diesem Jahr bis auf die Kp-Ebene aus. Die Fallschirmjägerkompanie erhält eine neue Gliederung und hat jetzt neben 2 Jägerzügen einen Fallschirmpanzerabwehrzug "MILAN". Erstmals im Januar gehen die Kompanien in der neuen Gliederung auf den Übungsplatz Hohenfels und im September nach Münsingen, um erste praktische Erfahrungen im Einsatz dieser Kompanie zu sammeln. Daneben liegt der Schwerpunkt auf der Ausbildung von Jagdkommandos, wobei Teile des Batillons ein Ausbildungsbiwak an der Schwarzenbach talsprerre beziehen. Der erster Einsatz der Jagdkommandos des Bataillons findet in in Süddeutschland während der Übung COLIBRI XIV. statt, die mit einem Sprungbiwak in Mengen und einer Abschlußparade zusammen mit den Franzosen endet. Weiter Einsätze der Jagdkommandos finden im Rahmen von Kp-Gefechtsübungen statt, so bei der 4. Kompanie unter H Zwicknagel, bei der nächtliche Angriffe gegen Brücken durchgeführt werden, aber vor allem bei der Gefechtsübung "Flintlock - Schwarzer Keiler", bei der ein Jagkampfzug zusammen mit Special Forces (US) aus Bad Tölz im Oktober im Schwarzwald eingesetzt ist.
Vom 12.-14. November wird eine Gemeinschaftsveranstaltung mit der Kameradschaft "Eugen Meindl" am Ehrenmal in Calw durchgeführt. Der Höhepunkt der Jahres wir die Kp-Besichtigung der 2. und 4. Kompanie. Häuserkampf in der ehem. Munitionsfabrik in Karlsruhe-Durlach (genannt Zündhütchen), fordert Einfallsreichtum, taktisches Können und körperlicher Einsatz.

1977

Am 11. Februar übernimmt das Bataillon die Patenschaft über das Kanadischen 1er Bataillon Royal 22e Regiment in Lahr. Beim feierlichen Appell werden Gastgeschenke und Urkunden übergeben. Der Gegenbesuch findet am 18.03. in Calw statt. Mit der Übergabe der Bataillonswappen während eines Bataillons-Appells und einem anschließenden Sportwettkampfes wird die Partnerschaft besiegelt. Im Mai wird das Feierliche Gelöbnis unter Fackelschein auf der Burg Bad Liebenzell durchgeführt. Den infanteristischen Höhepunkt des Jahres bildet am 17. Mai das Kompanie- Gefechtsschiessen der 4. Kp in Hohenfels. Annäherung über einen Fluß, Nehmen von Höhen und Abwehr feindlicher Gegenangriffe durch Legen von Hinterhalten krönen die Ausbildung auf den Schießbahnen. Vom 6. - 11. Juni führt das Bataillon den bereits legendären Fußmarsch auf dem "Ho-Tschi-Minh-Pfad" durch. Nach Anlandung mit Hubschraubern der 180th Aviation Company sind 150 Kilometer zu Fuß durch den Schwarzwald zu bewältigen. Trotz Gefechtseinlagen und strömendem Regen sind keine Ausfälle zu verzeichnen, obwohl auch die Rekruten der E/A Kompanie mitmarschieren. Dies zeigt deutlich, welch hohen Stand an infanteristischer Ausbildung das Bataillon ereicht hat. Am 01. Juli wird die  4. Kompanie E/A Kp. Einen besonderen Erfolg kann vom 03. - 05. Mai der Jagdkampfzug unter LT Mettler / stv. SU Rieger für sich verbuchen: Beim Wettkampf aller 6 Jagdkampfzüge der 1.LLDiv wird er Sieger. Bei dieser Überprüfung werden folgende Kriterien bewertet: Gefechtssprung bei Nacht in unbekanntem Gelände, schnelles Sammeln nach dem Sprung, nehmen einer Brücke im Handstreich nach Annäherung über 15 km, Überprüfung der einzelnen Soldaten in Waffenausbildung, Pionierausbildung, FM-Ausbildung, Handgranatenwerfen und Orientieren, Nachtschiessen im Zugrahmen. Der Volkstrauertag wird gemeinsam mit den Kameradschaften Wiesbaden und Würzburg begangen. Die Betreuung von US-Kadetten , denen ein Einblick in Aufgaben und Ausbildung der

1978

Das kanadische Partnerbataillon beginnt das Jahr höchst erfolgreich, es kann den gerade gestifteten Wanderpokal nach hartem wettkampf in Lahr behalten. Zwar brennen die Sportler auf eine Revanche, aber vorerst geht es zum Winterkampf / Winterbiwak nach Stetten. Internationale Verbindungen pflegt auch die 3. Kompanie, die eine Partnerschaft mit dem Pathfinder Platoon 11th AvnGrp aus Schwäbisch-Hall übernimmt. Im Rahmen der Übung "Flintlock" sind Teile der 3./251 in England. Von dort aus werden sie als Jagdkommando im Fallschirmsprung über dem Schwarzwald abgesetzt. Am 04.05. wird der Wanderpokal unter Ausnutzung des Heimvorteils beim Wettkampf mit den kanadischen Freunden zurückgewonnen. Nach dem Übungsplatz Aufenthalt in Hammelburg im August findet, vorläufig zum letzten Mal, vom 28.08. - 02.09. das LL-Biwak in Mengen statt. Viele schöne Erinnerungen sind mit diesem Biwak verbunden, das neben einer intensiven Ausbildung im Fallschirmsprung und anschließenden Gefechtsübungen auch sehr Kameradschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Verbände und Einheiten geprägt hat. Bereits eine Woche später führt das Bataillon eine Luftlandeoperation mit anschließendem Angriff über ein Gewässer durch, die richtige Einstimmung für die vom 16. - 23.09. andauernde Korps-Gefechtsübung "Blaue Donau". Das Bataillon bringt dabei durch durch seinen Angriffsschwung und seine Schnelligkeit den "Übungsfeind" in arge Bedrängnis. So war diese Großübung gleichzeitig ein würdiger Abschied für OTL Dietrich, der am 28.09. das Bataillon nach sechs Jahren als Kommandeur an OTL Duesberg übergibt.  Die LL-Gefechtsübung COLIBRI XVI. führt das Bataillon im November in den Raum Ansbach / Wildflecken.

1979

Ein Jahr der Übungsplätze! Es beginnt im Februar mit Orts- und Häuserkampf /Waldkampf in Hammelburg, im März folgt der Übungsplatz Münsingen, wobei hier der Schwerpunkt auf den Kompanie- Gefechtsschießen der 2. und 3. Kompanie liegt. Durchgeführt wird ein Angriff mit Gefechtsmunition, unterstützt durch Milan, Feldkanone und Mörser. Und im September wiederum Münsingen, der Rückmarsch nach Calw wird zu Fuß bewältigt. Daneben steht die Teilnahme an nationalen und internationalen Gefechtsübungen wie "Flintlock" zusammen mit Amerikanern im Mai, "Grauer Kondor" im Juni mit Angriff über ein Gewässer, "Colibri XVII." in Südfrankreich im November und für den Jagdkampfzug des Bataillons der Einsatz als Jagdkommando bei der Korps-Gefechtsübung "Harte Faust" in Norddeutschland. Erstmalig im Bataillon wird ein Sprungdienst am 28.05. mit MTH CH 53 durchgeführt. Teile des Bataillons können im April das amerikanische, im Mai das kanadische und während Colibri XVII. das französiche Springerabzeichen erwerben. Im Juli wird die 2.  Kompanie E/A Kompanie. Nachdem das Bataillon fünfmal hintereinander den ersten Platz innerhalb der Division im Soldatensportwettkampf erringen konnte, bleibt der Wanderpokal nun endgültig in Calw. Das Jahr endet mit dem Besuch des KG des VII. US-Korps, GenLt Becton in Calw.